Berlin, 10. Dezember 2018

Monopolkommission schlägt Nonsens vor

Zu den heute bekannt gewordenen Vorschlägen der Monopolkommission in Bezug auf eine Reform der Vergütung von Apothekenleistungen erklärt Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV): „Die Monopolkommission fordert wieder mal eine unkontrollierte Liberalisierung der Apothekenlandschaft und tut so, als ginge es um eine x-beliebige Einzelhandelsbranche mit x-beliebigen Gütern. Diese Forderung wird auch durch ständige Wiederholung nicht sinnvoll. Die Arzneimittelversorgung ist integraler Bestandteil eines aus gutem Grund regulierten Gesundheitswesens. Sie ist Pfeiler der Daseinsvorsorge und Sozialpolitik für die Menschen in Deutschland.“

Becker weiter: „Die Vorschläge der Monopolkommission bedeuten, dass Apotheken sich mit Rabatten unterbieten sollen, die höher sind als ihre Einnahmen. Wie man so eine flächendeckende Versorgung hinbekommen will, ist mir schleierhaft. Die Vorschläge bedeuten auch, dass sich ein Stadt-Land-Gefälle ergeben würde, bei dem Patienten in Vororten und auf Dörfern zukünftig mehr für ihre Gesundheit bezahlen müssen als Menschen in Ballungszentren. Das widerspricht komplett dem Solidargedanken der gesetzlichen Krankenversicherung. Darüber hinaus wird der Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln als Lösung für ein Problem gepriesen, das ohne den Versandhandel gar nicht entstünde. Dabei hat die Monopolkommission selbst in ihrem Hauptgutachten erst jüngst davor gewarnt, dass ausgeklügelte Algorithmen bei der Preisgestaltung von Online-Angeboten Verbraucher immer öfter in Situationen bringen, in denen sie draufzahlen.“

DAV-Vorsitzender Fritz Becker: „Mit solchen realitätsfernen Weltideen kommen wir nicht weiter. Wir brauchen eine seriöse Diskussion um die Sicherung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung. Vom Bundesgesundheitsminister erhoffen sich die Apotheker deshalb konkrete und praktikable Vorschläge, die die Versorgung tatsächlich verbessern und zugleich auch jungen Apothekern eine echte Perspektive geben.“