04. Dezember 2018

Wissen und Einfühlen

Für Apotheker ist die Fähigkeit zur Empathie wichtig. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt schreibt im aktuellen Magazin "der freie beruf" des Bundesverbandes der Freien Berufe, über die Individualisierung des Kundengesprächs. Trotz informierter Patienten würde es nach wie vor um Hilfe in Entscheidungssituationen gehen, so Schmidt. Dem Apotheker stünden heute unzählige Leitlinien, Behandlungspfade, Risikoscores und Studien als Entscheidungshilfen zur Verfügung. "All das nützt, aber es genügt nicht. Natürlich muss man sich die Frage, was einem einzelnen Menschen konkret helfen könnte, über die Erkenntnis nähern, mit welchen Mitteln vielen Menschen bereits geholfen wurde", schreibt der ABDA-Präsident. "Der entscheidene Schritt ist die Individualisierung der Entscheidungshilfe". Dabei gehe es um die Ermittlung des tatsächlichen Handlungsbedarfs, die jeder Mensch anders verspüre, so Schmidt. Es gehe um Kooperationsbereitschaft und erreichbare Adhärenz und natürlich auch um die sozialen und kognitiven Fähigkeiten, die der konkrete Patient mitbringe und die für den Behandlungserfolg entscheidend sein könnten. "Es geht aber auch darum, den Patienten in seiner Not nicht zu bevormunden, sondern ihn als freien Menschen anzunehmen, in der Beratung seine persönlichen Auffassungen und Vorstellungen zu  berücksichtigen, wo immer das möglich ist, und damit seine Resilienz zu fördern", meint Schmidt. Diese Aufgabe sei nur durch Empathie zu leisten. Friedemann Schmidt ist auch Vizepräsident des Bundesverbandes der Freien Berufe.