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Berlin/Schladming, 24. Januar 2019

Kombipräparate sind bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser als Einzelwirkstoffe

Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck werden gleichzeitig mit mehreren Wirkstoffen behandelt. „Kombinationspräparate sind der gleichzeitigen Einnahme verschiedener Monopräparate meist überlegen, denn sie verbessern die Therapietreue“, sagte Prof. Dr. Rolf Daniels beim pharmacon, einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer. Der Apotheker lehrt Pharmazeutische Technologie an der Universität Tübingen.

Je weniger verschiedene Tabletten ein Patient schlucken muss, desto länger hält er seine Behandlung in der Regel durch. Besonders bei mehrmaliger Einnahme pro Tag spielt das eine Rolle: Mehr als 8 von 10 Patienten, die einmal täglich Medikamente einnehmen sollen, tun dies langfristig zuverlässig. Bei einer dreimal täglichen Einnahme sind es nur noch 6 von 10 Patienten. Daniels: „Die geschickte Auswahl von Arzneimitteln kann also dazu beitragen, dass eine Therapie langfristig erfolgreich ist.“

Laut der vor kurzem veröffentlichten „Europäischen Leitlinie zur Behandlung von Bluthochdruck“ sind Zweier- oder Dreier-Kombipräparate als Therapiestandard anzusehen. Daniels: „Aber sie sind bislang erst für die Patienten zugelassen, bei denen Monopräparate nicht ausreichend wirken. Noch hinken viele Zulassungen also der Leitlinie hinterher.“

Kombipräparate können aber auch Nachteile haben: Denn durch das feste Mischungsverhältnis kann der Arzt bei seiner Verordnung schlechter auf individuelle Besonderheiten eingehen. Zudem sind Kombipräparate für den Beginn einer Therapie, bei der die Dosis der Wirkstoffe langsam gesteigert werden muss, oft nicht verfügbar. Außerdem sind Kombipräparate oft teurer als die Monopräparate.

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