27. Januar 2014

5/14 Informationen: Lieferunfähigkeit bei Varilrix® und Priorix-Tetra®: Empfehlungen des Paul-Ehrlich- und des Robert-Koch-Instituts

Informationen

Lieferunfähigkeit bei Varilrix® und Priorix-Tetra®: Empfehlungen des Paul-Ehrlich- und des Robert-Koch-Instituts

AMK / Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) informiert auf seiner Homepage (www.pei.de ® Vigilanz) über Herstellungsprobleme der Firma GlaxoSmithKline (GSK) bei den Varizellen-Einzel- und Kombinationsimpfstoffen Varilrix® und Priorix-Tetra® (MMRV). Aus diesem Grund wird es im Verlauf des ersten Quartals 2014 bei diesen beiden Impfstoffen zu einem Lieferengpass kommen. Bereits ausgelieferte Chargen der Impfstoffe haben die Freigabekriterien erfüllt und können uneingeschränkt verwendet werden. Mit erneuten Auslieferungen der Impfstoffe ist frühestens im Verlauf des 2. Quartals 2014 zu rechnen; der genaue Zeitpunkt hängt aber von den derzeit laufenden Untersuchungen ab. Als Alternativen stehen alle Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Kombinationsimpfstoffe (Priorix®, M-M-RvaxPro®), sowie der Varizellen-Einzelimpfstoff Varivax® zur Verfügung. Vermutlich werden die verfügbaren Mengen den Bedarf aber nicht decken und die Lieferunfähigkeit der Firma GSK nicht vollständig kompensieren.

Um mit den verfügbaren Beständen ein Optimum an Immunität in der Bevölkerung zu erreichen, hat das RKI gemeinsam mit dem PEI und in Abstimmung mit der Ständigen Impfkommission (STIKO) eine Vorgehensweise erarbeitet, wie während der zu erwartenden Knappheit die Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen am sinnvollsten eingesetzt werden können:
- Die erste MMR-Impfung sollte in jedem Fall entsprechend der STIKO-Empfehlungen durchgeführt werden. Solange monovalenter Varizellen-Impfstoff zur Verfügung steht, sollte eine empfohlene erste Varizellen-Impfung zeitgleich gegeben werden. Sofern kein Varizellen-Impfstoff zur simultanen Gabe zur Verfügung steht, sollte dies auf keinen Fall dazu führen, die erste MMR-Impfung zu verschieben.
- MMR Impfstoffe sollten prioritär für die Erstimpfung vorgehalten werden, um die Durchführung der Erstimpfungen sicherzustellen.
- Derzeit anstehende zweite MMR (V)-Impfungen sollten verschoben werden, bis die Verfügbarkeit von MMR (-V)-Impfstoffen wieder hergestellt ist. Zu diesem späteren Zeitpunkt können dann auch wieder MMR-Impfstoffe für die zweite MMR (V)-Impfung eingesetzt werden.
- Verschobene Impfungen (zweite MMR-Impfung sowie erste und zweite Varizellen-Impfung) sollten möglichst zeitnah nachgeholt werden, um die Entstehung von dauerhaften Impflücken zu verhindern. In der Praxis sollte daher besonders auf die Vollständigkeit des Impfschutzes geachtet werden. /