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Berlin/Schladming, 17. Januar 2017

Asthma-Therapie durch gentechnisch hergestellte Medikamente ergänzt

Eine wichtige Ergänzung für die Behandlung von schwerem Asthma sind Wirkstoffe, die gentechnisch hergestellt wurden. „Bei etwa jedem fünften Asthmatiker reicht die bisherige Behandlung nicht aus. Diese Patienten können von den Antikörpern profitieren“, sagte Prof. Dr. Gerd Bendas von der Universität Bonn beim internationalen Fortbildungskongress pharmacon. „Bislang sind drei dieser spezifischen Antikörper zugelassen, weitere fünf sind derzeit in der Entwicklung.“ Etwa fünf Prozent der Erwachsenen und sieben bis zehn Prozent der Kinder in Deutschland leiden unter Asthma. Der Begriff Antikörper stammt aus der Immunologie. Er bezeichnet Eiweiße, die von weißen Blutkörperchen gebildet werden. Die gentechnisch hergestellten Antikörper imitieren die körpereigenen Abwehrstoffe und greifen gezielt an verschiedenen Botenstoffen des jeweiligen Asthmatikers an. Sie ergänzen damit die unspezifische entzündungshemmende Wirkung Kortison-artiger Arzneimittel.

Gentechnisch hergestellte Antikörper werden nicht nur gegen Asthma, sondern auch gegen andere immunologisch bedingte Krankheiten wie Rheuma oder Schuppenflechte eingesetzt. Alle Antikörper sind verschreibungspflichtig. Die Wirkstoffnamen enden auf die Silbe -mab, das steht für die englische Bezeichnung der Antikörper, monoclonal antibody. Antikörper sind als Eiweiße relativ empfindlich. Sie können nicht als Tabletten geschluckt werden, weil sie sonst im Magen abgebaut würden. Deshalb müssen alle Antikörper gespritzt werden. Vor dem Spritzen werden die getrockneten Eiweißpulver in einer Flüssigkeit gelöst. „Beim Auflösen sollte man sich an James Bond orientieren: Rühren statt schütteln! Werden Antikörper geschüttelt, können sich zu viele Luftblasen in der Injektionslösung bilden. Das würde die Wirkung verringern“, sagte der Apotheker. Auch bei der Lagerung muss einiges beachtet werden. So vertragen sie weder Hitze noch Kälte, sondern sollten im Kühlschrank zwischen zwei und acht Grad gelagert werden. Bendas: „Frost gibt es nicht nur im Eisfach. An der hinteren Kühlschrankwand kann es zu kalt werden. Deshalb sollten Arzneimittel im Kühlschrank am besten im Gemüsefach liegen.“ Auch beim Transport müssen sie gekühlt sein. Durch Licht können sich die Eiweiße abbauen. Deshalb sollten Antikörper immer in der Originalverpackung aufbewahrt werden.

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pharmacon Schladming
Asthmatherapie: Neue Targets, neue Antikörper, PZ online (Ausgabe 03/2017)

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