Sollte der Newsletter nicht korrekt angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

ABDA

NEWSLETTER

Pressemitteilung

Berlin, 30. Januar 2015

Arzneimittelausgaben 2014 um 9 Prozent gestiegen: Ursachen sind Herstellerabschlag und Innovationen

© Zerbor - Fotolia.com

Die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind im Jahr 2014 gegenüber dem Vorjahr um 9,0 Prozent auf 31,4 Mrd. Euro angestiegen. Die Anzahl der auf GKV-Rezept abgegebenen Medikamente (mit Hilfsmitteln, Rezepturen, Nichtarzneimitteln) ist dagegen mit 747 Millionen fast konstant geblieben (+0,1 Prozent), ebenso wie das Honorarvolumen der Apotheken. Das ergeben Berechnungen des Deutschen Apothekerverbandes (DAV).

Hauptursachen für den Ausgabenanstieg sind die gesetzliche Absenkung des Herstellerabschlags für patentgeschützte Arzneimittel und der Einsatz innovativer Medikamente. Überraschend ist der Anstieg nicht: GKV-Spitzenverband und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatten in ihren Rahmenvorgaben für 2014 bereits einen Anstieg von 7,9 Prozent prognostiziert. Gleichzeitig sind Rekordeinsparungen durch Rabattverträge zu erwarten, die noch nicht in die Rechnung eingeflossen sind und das Jahresergebnis deutlich verbessern werden. Allein in den ersten drei Quartalen 2014 betrugen sie bereits mehr als 2,2 Mrd. Euro.

„Die Entscheidung des Gesetzgebers zur Absenkung des Herstellerabschlags auf patentgeschützte Arzneimittel erklärt einen Teil des Ausgabenanstiegs für Arzneimittel", sagte dazu der DAV-Vorsitzende Fritz Becker. „Ein Faktor sind aber auch die Kosten innovativer Medikamente, z.B. für die Therapie von Hepatitis C. Der Zugang zu solchen Arzneimitteln kann für Patienten lebenswichtig sein und die Versorgungsqualität der Bevölkerung insgesamt verbessern. Die Frage nach einem angemessenen Preis für diese Präparate wird die Gesundheitspolitik aber sicher weiterhin beschäftigen. Jedes neue Medikament erfordert eine Einzelfallbetrachtung." Becker weiter: "Das Honorar für die Apotheken ist 2014 weitgehend konstant geblieben, weil auch die Zahl abgegebener Packungen nicht gestiegen ist. Allerdings hat der im August 2013 eingeführte Zuschlag für Notdienste 2014 erstmals eine ganzjährige Wirkung entfaltet. Er gibt vor allem Apotheken, die auf dem Land viele Notdienste leisten müssen, eine bessere Versorgungsperspektive."

Zum Hintergrund: Laut § 3 Arzneimittelpreisverordnung werden 16 Cent zur Sicherstellung des Notdienstes aufgeschlagen, die der DAV-Notdienstfonds einzieht und ausschüttet; pro rezeptpflichtiger Packung wird ein Festzuschlag von 8,35 Euro zzgl. 3 Prozent auf den Apothekeneinkaufspreis erhoben. Die mehr als 20.000 Apotheken mit ihren 150.000 Beschäftigten erhalten somit insgesamt als Honorar etwa 16 Prozent (4,5 Mrd. Euro) der GKV-Arzneimittelausgaben, d.h. weniger als 3 Prozent der GKV-Gesamtausgaben.

VERWANDTE NACHRICHTEN

Arzneimittelausgaben 2015 wie erwartet um fünf Prozent gestiegen
Neue Rabattverträge können für Patienten zu Umstellungen bei Präparaten und Zuzahlungen führen
Zahl der Apotheken auf niedrigstem Stand seit 1992
Apotheken: Sinkender Anteil an Kassenausgaben, aber mehr Personal für Patientenversorgung
Arzneimittelausgaben 2013: Mehr verordnete Medikamente und bessere Versorgungsstrukturen für die Patienten

WEITERFÜHRENDE LINKS

Zahlen Daten Fakten
Preise und Honorare

PRESSEKONTAKT

Christian Splett
Pressereferent
c.splett@abda.de
030 - 40004 137
030 - 40004 133

Dr. Reiner Kern
Pressesprecher
r.kern@abda.de
030 - 40004 132
030 - 40004 133

IMPRESSUM

ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.
Stabsstelle Kommunikation
Unter den Linden 19 - 23
10117 Berlin

Tel: 030/40004-132
E-Mail: presse@abda.de
Internet: www.abda.de

NEWSLETTER-ABONNEMENT

Zur Änderung des Abonnements

© 2004 - 2016 ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.