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Berlin/Meran, 03. Juni 2015

Anwendung von Augentropfen hat viele Tücken

©goodluz - Fotolia.com

Die richtige Anwendung von Augentropfen ist komplizierter, als viele Patienten denken. „Arzneimitteltherapiesicherheit hängt nicht nur vom Wirkstoff, sondern auch von der Arzneiform ab. Eine Tablette zu schlucken ist einfach – Augentropfen richtig anzuwenden hat aber viele Tücken und gelingt nur wenigen Patienten auf Anhieb. Patienten sollten sich die richtige Anwendung deshalb in der Apotheke erklären lassen“, sagte Dr. Wolfgang Kircher beim pharmacon, einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer. Der Apothekenleiter ist Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK).

Kalte Flüssigkeiten reizen das Auge. Augentropfen werden besser vertragen, wenn sie vor der Anwendung in der Hand oder in der Hosentasche einige Minuten lang auf Körpertemperatur angewärmt wurden. „Ein erwünschter Nebeneffekt: Aus vielen Kunststoffverpackungen lassen sich die Augentropfen leichter herauspressen, wenn der Kunststoff durch die Erwärmung elastisch geworden ist“, sagt Kircher.

Besonders älteren oder feinmotorisch eingeschränkten Patienten fällt die korrekte Anwendung von Augentropfen oft schwer. Diese Patienten können sich flach ohne Kopfkissen und mit geschlossenen Augen hinlegen. Dann führen sie das Fläschchen mit beiden Händen und lassen einen Tropfen des Medikaments auf den inneren Lidrand fallen. „Die Augen kurz öffnen und direkt danach wieder für mindestens eine Minute schließen. So verteilen sich die Augentropfen gleichmäßig in der Tränenflüssigkeit." Kircher: „Bei Augentropfen gilt: Weniger ist mehr. Tropft man mehr als einen Tropfen ins Auge oder ist der Tropfen zu groß, so wird die Flüssigkeitsmenge zu schnell abtransportiert. Deshalb sollte man auch vermeiden, dass mehr als ein Tropfen ins Auge kommt.“

Viele Augentropfen sind so verpackt, dass vor der ersten Entnahme ein Siegel gebrochen werden muss. Patienten, denen das bei den kleinen Verpackungen schwerfällt, können sich das Siegel vom Apotheker entfernen lassen.

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Berlin/Meran, 02. Juni 2015

Apothekerlicher Sachverstand auch bei Antibiotika-Gabe im Krankenhaus unerlässlich

© Westend61 - Fotolia.com

Bei der Antibiotika-Gabe im Krankenhaus kann die enge Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern dazu beitragen, die Bildung von Resistenzen zu vermeiden.

Dazu referierte die Krankenhausapothekerin Edith Bennack, St. Elisabeth-Krankenhaus in Köln, beim pharmacon, einem internationalen Fortbildungskongress der Bundesapothekerkammer. Bennack: „Eine Therapie mit Antibiotika im Krankenhaus ist nur erfolgreich, wenn sie interdisziplinär erfolgt. Neben der genauen Kenntnis des Erregers und der aktuellen Resistenzlage müssen auch das Wissen um die Eigenschaften und Wirkspektren der Antibiotika vorhanden sein. Dazu benötigen wir Ärzte, Apotheker, Infektiologen, Hygieniger und Mikrobiologen.“ Fachwissen alleine reiche dabei nicht aus, es müssten auch die notwendigen personellen Ressourcen vorhanden sein. Denn bei Überlastungen von Ärzten und Pflegekräften könne es trotz aller Schulungen zu Hygienelücken kommen.


Bennack kritisierte auch die unkritische Verordnung und Einnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI) gegen Magenbeschwerden. Diese Arzneimittel sorgen dafür, dass in der Magenwand weniger Säure gebildet wird. Zu dieser Wirkstoffgruppe gehören die Wirkstoffe Omeprazol und Pantoprazol, die teilweise rezeptfrei verfügbar sind. „Protonenpumpenhemmer sind kurzfristig sinnvoll und können z.B. die Nebenwirkungen von hoch dosierten Schmerzmitteln reduzieren. Langfristig eingenommen vermindern sie aber die Abtötung von Bakterien im sauren Magensaft. Dadurch steigt die Gefahr von Infektionen, z.B. mit den Problemkeimen Clostridien.“


In der S3-Leitlinie „Strategien zur Sicherung rationaler Antibiotika-Anwendung im Krankenhaus“ aus dem Jahr 2013 wird den Krankenhausapothekern eine zentrale Rolle zugewiesen. In den deutschen Krankenhäusern werden pro Jahr zwischen 80 und 160 Tonnen Antibiotika verbraucht. Wie viele Antibiotika im stationären Bereich pro Patienten benötigt werden, hängt dabei vom jeweiligen Krankenhaus ab. Im ambulanten Bereich werden 640 bis 720 Tonnen und in der Veterinärmedizin weitere 1400 bis 1500 Tonnen verbraucht.

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